Auf den Spuren von Hermann Hesse
«Nie aber habe ich
so schön gewohnt wie im Tessin... und eines meiner Bücher, das «Wanderung»
heisst, ist nichts als ein Lobgesang an die Tessiner Landschaft. Sie ist mir
zur Heimat geworden», schrieb Hesse 1954. Die Zeilen zeigen etwas von der
heilsamen Wirkung, die Klima, Landschaft und Kultur dieses Landstrichs auf ihn
hatten. Auf der Wanderung begeben wir uns auf die Spuren des Dichters. Im
Zentrum von Carona angekommen, lohnt sich ein Besuch in der Pfarrkirche San
Giorgio. Bemerkenswert ist ein Fresko des Jüngsten Gerichts im Chor der Kirche.
Das malerische Dorf ist auch in Hesses Erzählung «Klingsors letzter Sommer»
beschrieben. Gut wiederzuerkennen ist etwa ein Haus mit zwei kleinen Balkonen
und einem im Dachgiebel aufgemalten Papagei. Ausgangs des Dorfes stehen das
Grotto del Pan Perdü, im Wald ein Brunnen mit Tierfratzen und die
Wallfahrtkirche Santa Maria oder Madonna d’Ongero, alles Bauten, die Hesse
beschrieb. Die Kirche hatte es ihm besonders angetan: «Um die Zeit des
Sonnenuntergangs ist der kleine Platz vor der Waldkirche der schönste in der
ganzen weiten Gegend.» Vorbei am ehemaligen Kloster Santa Maria Assunta di
Torello, das 1389 bereits aufgehoben wurde, führt der Weg durch schattigen Wald
hinunter nach Figino und steigt auf der anderen Seite, der Collina d’Oro, über
Agra nach Montagnola empor. Hier besteht ein Hesse‑Rundweg mit mehreren
Stationen und eigener Signalisierung. Zu empfehlen ist ein Besuch im Hesse‑Museum
in der Casa Camuzzi, in der der Dichter zwölf Jahre lang gewohnt hatte.
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